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Informiere dich über den Werdegang von Jürgen. Hier findest du Details.Wie es sich altersmäßig geziemt, begann auch Jürgen mit acht,
neun, spielerisch ernsthaft hinter den Bällen herzujagen. Dem großen
Lederball und der kleinen Filzkugel. Dabei schwärmte er für Toni Polster
– der schoss gerade in Sevilla Tore am Fließband – und für
Stefan Edberg. Aber auch die Eleganz und technische Perfektion eine Michael Stich
beeindruckten ihn. Es waren die Jahre, als das Wimbledonfinale mit schöner
Regelmäßigkeit Edberg gegen Becker hieß - und vielleicht beeinflusste
der kühle Schwede sogar seine Entscheidung. Jedenfalls kam er dem vielfach
geäußerten Wunsch nach und gab dem Tennis den Vorzug. Statt ‚kick
off’ hieß es: Aufschlag zu Spiel, Satz und Sieg.
Nach Aneignung der elementaren Kenntnisse punkto Schule und Tennis verließ
er mit 14 das Elternhaus in Deutsch Wagram und übersiedelte ins Internat
in die Südstadt. Unter den Professoren, die ihn nun lehrten, war auch Karl-Heinz
Wetter, sein neuer Tennistrainer. Eine Verbindung, die selbst in Zeiten der Unsicherheit
und des „Wo-stehe-ich-eigentlich“ hielt und sich bis heute bewährte.
Denn im Tennis gilt vielleicht noch mehr als im Fußball die Uralt-These
eines Sepp Herberger, die lautet: Das nächste Match ist immer das schwerste.
Die Reifeprüfung legte Jürgen Melzer 2000 ab. Das Maturazeugnis war
erwartet worden; das Bestehen der Reifeprüfung im Tennis, nämlich der
Sieg im Juniorenfinale von Wimbledon, war dagegen schon eine Überraschung.
Dort zeigte nämlich Jürgen erstmals vor großer Publikumskulisse,
was ihn auszeichnet und heraushebt: das Serve- und Volley-Spiel, das Angreifen.
Der Mut zum Risiko liegt in seinem Naturell, er kennt kein „Auf
Fehler des Gegners“ warten, sondern will Aktivität.
Variables Powertennis ist der Stil des dynamisch-coolen Profis, der voller Leidenschaft
seinem Job nachgeht – ohne deshalb vor Ehrgeiz zu platzen. Eine gewisse
Lässigkeit bewahrt ihn in heiklen Situationen am Platz vor lähmender
Nervosität. Er ist mit 23 noch zu jung, um eine großen Show abzuziehen,
aber er liebt die spektakulären Auftritte und kennt keine Angst vor großen
Tieren.
Seit zwei Jahren gibt es einen Jürgen-Melzer-Fanclub, seit Jahren geht es
kontinuierlich aufwärts. Schlag für Schlag kommt er dem Ziel, das sich
sein Trainer und er gesetzt haben, näher. Und dieses Ziel ist nicht irgendein
Ranglistenspitzenplatz, sondern lautet schlicht: Noch besser Tennis spielen.
Alles andere kommt von selbst. |
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